Befindet sich die Nagelbettentzündung noch im Anfangsstadium können oft warme Fußbäder mit Kräuterzusätzen helfen.

Nagelbettentzündung an den Zehen

Entzündungen unter den Fußnägeln erkennen, behandeln, vorbeugen

Von Rötungen bis hin zur Eiterbildung: Nagelbettentzündungen bringen unangenehme Beschwerden mit sich. Meist erkennen Ärzt*innen bereits auf einen Blick, ob eine Nagelbettentzündung vorliegt. Da die Entzündung durch verschiedene Erreger hervorgerufen werden kann, muss der verursachende Erreger identifiziert werden. Denn nur, wenn die Therapie auf diesen abgestimmt ist, kann die Behandlung erfolgreich sein. Damit es erst gar nicht zu einer Nagelbettentzündung kommt, können verschiedene vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden.

Was ist eine Nagelbettentzündung?

Als Nagelbett wird das Gewebe bezeichnet, das sich unter den Finger- und Zehennägeln befindet. Bei einer Nagelbettentzündung, auch Onychie, kann entweder das Nagelbett selbst von der Entzündung betroffen sein oder die direkte Nagelumgebung. Ist der Nagelwall entzündet, wird dies als Paronychie bezeichnet. Demnach wird zwischen zwei Formen der Nagelbettentzündung unterschieden:

  • Panaritium subunguale: Hierbei befindet sich die Entzündung im Nagelbett. Es kann zur Eiterbildung unter der Nagelplatte kommen.
  • Panaritium parunguale: Hierbei ist die direkte Umgebung des Nagels, der Nagelwall, von der Entzündung betroffen.

Symptome und Formen

Die Symptome der Entzündung unterscheiden sich je nachdem, ob es sich um eine akute oder eine chronische Nagelbettentzündung handelt. Bei einer akuten Nagelbettentzündung treten an den betroffenen Stellen Rötungen und Schwellungen auf. Darüber hinaus kann es zu Schmerzen sowie zu einer Überwärmung der jeweiligen Hautstellen kommen. Wenn das Nagelbett selbst von der Entzündung betroffen ist, entsteht eine eitrige Schwellung, die sehr oft starke Schmerzen verursacht.

Bei einer chronischen Nagelbettentzündung sind die Schmerzen häufig weniger stark ausgeprägt als bei der akuten Form. Stattdessen kommt es bei der chronischen Form oft zu Verfärbungen des Nagels oder der Nagelfalz. Anders als bei der akuten Nagelbettentzündung sind bei dieser Form zudem meist mehrere Zehen beziehungsweise Finger betroffen.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Nagelbettentzündung kann durch verschiedene Keime hervorgerufen werden – meist durch Staphylokokken (Bakterien). Auch Hefepilze oder Herpesviren können eine solche Entzündung auslösen. Doch eins vorab: Ist die Haut nicht geschädigt, können die Erreger nicht in sie eindringen. Dies ist ihnen erst möglich, wenn Nagelhaut oder Nagelwall kleine Verletzungen aufweisen.

Das Risiko an einer Nagelbettentzündung zu erkranken, erhöht sich dementsprechend durch eine falsch durchgeführte Nagelpflege. Um Verletzungen der Haut und der Nägel zu vermeiden, ist es beispielsweise unerlässlich, bei der Pflege der Zehennägel auf die korrekte Schneidetechnik zu achten. So müssen Fußnägel – anders als Fingernägel – immer gerade geschnitten sein. Denn sind die Zehennägel etwa an den Ecken abgerundet, kann sich der nachwachsende Fußnagel in den Nagelfalz schieben. Auf diese Weise kommt es zu Verletzungen und somit zu idealen Eintrittspforten für Bakterien, Viren und Pilze. Ebenso erhöht trockene Haut die Gefahr, an einer Nagelbettentzündung zu erkranken. Darüber hinaus begünstigen Neurodermitis und Durchblutungsstörungen die Entstehung einer Nagelbettentzündung. Von einer chronischen Nagelbettentzündung sind unter anderem oftmals Menschen betroffen, die ein geschädigtes Immunsystem haben. Dies kann beispielsweise bei Personen der Fall sein, die unter Diabetes mellitus leiden. Ebenso tritt eine chronische Nagelbettentzündung bei Menschen auf, die wiederholten Kontakt zu hautschädigenden Substanzen haben.

Diagnose von Nagelbettentzündungen

Liegt eine Nagelbettentzündung vor, muss diese je nach Schweregrad nicht zwingend von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt werden. Denn kleinere Entzündungen an den Nägeln können durchaus von selbst wieder abheilen. Ist das Immunsystem gesund und bestehen keine anderweitigen Erkrankungen, ist es darum innerhalb der ersten drei Tage nicht unbedingt notwendig einen Arzt oder eine Ärztin zu Rate zu ziehen. Bessern sich die Symptome jedoch nicht oder verstärken sich die Beschwerden, ist ein Arztbesuch erforderlich. Menschen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, sollten hingegen bereits bei den ersten Symptomen einer Entzündung einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen.

Meistens erkennen Ärzt*innen eine Nagelbettentzündung schon mit einer bloßen Blickdiagnose. Der Arzt oder die Ärztin führt dann die Anamnese durch. Er/Sie versucht, die Ursache der Nagelbettentzündung zunächst durch gezielte Fragen zur Krankengeschichte zu ermitteln. Um herauszufinden, welche Erreger die Infektion verursacht haben, können Ärzt*innen einen Abstrich von den betroffenen Hautstellen entnehmen. Besteht die Nagelbettentzündung über einen längeren Zeitraum, ist gegebenenfalls eine Röntgenaufnahme notwendig, um abzuklären, ob auch benachbartes Gewebe oder sogar der Knochen von der Entzündung betroffen sind. Handelt es sich um eine chronische Nagelbettentzündung, sind eventuell noch anderweitige Untersuchungen erforderlich, wie etwa die Bestimmung des Blutzuckers.

Entzündetes Nagelbett – Was hilft?

Die Wahl und Durchführung von Behandlungsmaßnahmen sollten bei Nagelbettentzündungen immer mit einem Arzt/einer Ärztin abgesprochen sein. Befindet sich die Nagelbettentzündung noch im Anfangsstadium, können häufig warme Fußbäder mit Zusätzen, wie zum Beispiel Kamille, helfen. Diese sollten zweimal pro Tag für jeweils 20 Minuten durchgeführt werden. Danach sollte eine desinfizierende Lösung auf den Zeh aufgetragen werden.

In der Apotheke sind verschiedene rezeptfreie Mittel erhältlich, die bei einer Nagelbettentzündung angewandt werden können. Abhängig davon, welcher Erreger für die Entzündung verantwortlich ist, kann diese mit antibakteriellen, antiviralen oder mit antimykotischen Mitteln behandelt werden. Wenn der Erreger nicht bekannt ist, sollten diese Mittel jedoch nicht auf Verdacht eingesetzt werden.

Bei Nagelbettentzündungen mit starker Eiterbildung kann ein entzündungshemmendes Mittel helfen. Geeignet sind hierfür Salben, die Ammoniumbituminosulfonat enthalten. Diese werden als Zugsalbe bezeichnet. Sie haben eine desinfizierende Wirkung, weichen die Haut auf und tragen dazu bei, dass der Eiter besser abfließen kann.

Ist die Nagelbettentzündung stark ausgeprägt, ist eventuell ein chirurgischer Eingriff notwendig. Der Arzt/die Ärztin öffnet hierbei den Eiterherd, damit der Eiter abfließen kann. Es kann sein, dass er/sie hierfür den Nagel entfernen muss. Wichtig: Niemals einen Eiterherd selbst aufschneiden!

Sofern die Nagelbettentzündung auf einen eingewachsenen Zehennagel zurückzuführen ist, ist eventuell eine Entfernung des betroffenen Nagelbereichs oder des kompletten Nagels durch einen Arzt/eine Ärztin notwendig.

Wenn die Nagelbettentzündung chronisch ist, muss die Ursache ermittelt werden. Nagelbettentzündungen können zum Beispiel gehäuft auftreten, wenn die Zehen oft mit Reinigungsmitteln in Berührung kommen. Der Hautkontakt mit den Putzmitteln ist dann unbedingt zu vermeiden. Bei Nagelbettentzündungen, die auf eine bestehende Erkrankung, wie etwa Diabetes mellitus zurückzuführen sind, ist es hingegen in erster Linie wichtig, die bestehende Grunderkrankung zu behandeln.

Oft werden chronische Nagelbettentzündungen durch ein Eindringen von Hefepilzen, wie zum Beispiel Candida albicans, in die Haut ausgelöst. Diese Erreger können auch an der Entstehung von Nagelpilz und Fußpilz beteiligt sein. Symptome dieser Infektionen können unter anderem mit verschiedenen topischen Mitteln behandelt werden. So kann das Emcur® Nagelpilz-Set zur Behandlung der Symptome von Nagelpilz und das Emcur® Fußpilz-Gel zur Behandlung der Symptome von Fußpilz eingesetzt werden. Das Emcur® Fußpilz-Schutzspray hingegen kann Fußpilz sowie der Infektionsausbreitung bei Nagelpilz vorbeugen.

Vorbeugende Maßnahmen

Um Nagelbettentzündungen vorzubeugen, müssen Hautverletzungen verhindert werden. Denn erst diese ermöglichen es den Erregern, in die Haut und das Gewebe einzudringen. Folgende Maßnahmen können dabei helfen, Wunden an den Zehen und somit Nagelbettentzündungen zu vermeiden:

Damit keine Verletzungen an den Zehennägeln entstehen, sollten Tipps für die korrekte Nagelpflege befolgt werden. So ist es wichtig, beim Schneiden auf die richtige Länge und Form von Zehennägeln zu achten: Sie müssen gerade geschnitten werden und dürfen weder zu kurz noch zu lang sein. Denn werden die Nägel beispielsweise rund geschnitten, kann ein eingewachsener Zehennagel entstehen. Dieser begünstigt Entzündungen. Darüber hinaus ist die Wahl des richtigen Werkzeugs für die Nagelpflege von Bedeutung. Da Zehennägel dicker als Fingernägel sind, ist hierfür die Verwendung eines Nagelclips oder Nagelknipsers ratsam. Mit diesen Werkzeugen sind die Zehennägel leichter zu schneiden als mit einer Nagelschere. Die Kanten der Nägel können mit einer Feile bearbeitet werden, damit keine Nagelsplitter zurückbleiben, die die Haut verletzen könnten. Menschen, die unter Diabetes mellitus leiden, sollten eher eine professionelle Nagelpflege beim Podologen/bei der Podologin in Betracht ziehen. Denn Fußpflege bei Diabetes mellitus bedarf besonderer Behutsamkeit, da Diabetiker aufgrund eines verminderten Schmerzempfindens in den Füßen oft nicht mitbekommen, dass sie sich beim Schneiden verletzt haben.

Trockene, rissige Haut ist eine Eintrittspforte für Erreger. Darum sollte regelmäßig eine rückfettende Creme auf die Füße aufgetragen werden. Eine sachgemäß durchgeführte Fußpflege, senkt auch die Ansteckungsgefahr bei Fuß- und Nagelpilz.

Schuhe müssen gut sitzen. Die Füße müssen genug Platz haben, damit Druckstellen vermieden werden.

Wenn es trotz aller Vorsicht zu Verletzungen im Nagelbereich kommt, können spezielle antiseptische Salben aufgetragen werden. Diese beugen einer Infektion mit Keimen vor, indem sie die Erreger abtöten. Wichtig: Personen, die an Diabetes mellitus erkrankt sind, sollten bei Verletzungen umgehend einen Arzt aufsuchen.

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